Feldhandbuch · Die sieben Prüfungen
Rostam Media: in sieben Prüfungen das Internet vom Himmel holen
Wenn das Netz gekappt wird, bleibt ein Netz übrig: der Himmel. Das komplette Feldhandbuch zu Rostam Media — von den vier goldenen Frequenzzahlen bis zur Ein-Klick-Extraktion; samt der Stellen, an denen Nebel bleibt.
- Satellit Yahsat
- ≈4 GB pro Tag
- Komplett offline
- Android · Windows · Mac · Linux
An dem Tag, an dem das Internet komplett gekappt wird — wie in jenem Winter, dessen Anatomie wir seziert haben —, sterben alle Netze gleichzeitig. Bis auf eines: das, das über unseren Köpfen hängt und keinem Ministerium Rechenschaft schuldet. Genau für dieses Netz ist Rostam Media gebaut: Es lässt täglich rund vier Gigabyte Nachrichten, Videos, Musik und Werkzeuge vom Satelliten herabregnen — ohne dass auch nur ein Byte von Ihrem Gerät nach oben wandert.
Dieses Dossier ist das vollständige Feldhandbuch dazu, erzählt im Takt des Helden, der den Namen gestiftet hat: sieben Prüfungen, vom Kennenlernen bis zum Entpacken. Die Hausregeln gelten wie immer: Jede Behauptung hat eine Quelle, jede Zahl ist eine Spanne, und wo der Nebel dicht ist, schreiben wir: Nebel.
1Kenne dein Werkzeug: Internet, das vom Himmel fällt
Rostam Media ist — Selbstbeschreibung der offiziellen Website rostam.media — ein „Dienst zur Zustellung von Internet-Inhalten per Satellit". Der Mechanismus passt in einen Satz: Die Auswahl des Tages wird auf das Signal eines Satellitenkanals gepackt, Sie zeichnen sie mit einem gewöhnlichen Haushaltsreceiver auf und öffnen sie mit der Rostam-App. Keine SIM-Karte, kein VPN, überhaupt kein Internet — und weil der Weg ausschließlich vom Himmel nach unten führt, erfährt auf der anderen Seite niemand, wer empfangen hat.
Wer dahintersteht? Ehrlich: Nebel. Die offizielle Website nennt keine Organisation. Fest steht die Antenne selbst: Satellitenbeobachter führen den Kanal dieses Jahr als aktiv auf Yahsat, und die vier Zahlen, die Sie brauchen, sind diese:
- Satellit
- Yahsat
- Frequenz
- 11766
- Polarisation
- vertikal (V)
- Symbolrate
- 27500
Diese vier Zahlen sind das ganze Passwort zur Welt; ein Tipp auf die Karte kopiert sie.
2Die Ausrüstung: die ganz normale Schüssel
Sie brauchen nichts Exotisches — nur das Dach-Arsenal, das in diesem Land seit Jahrzehnten eingesammelt und wieder aufgebaut wird: eine gewöhnliche Schüssel Richtung 52,5 Grad Ost und einen Haushaltsreceiver, der auf USB aufzeichnen kann. Diese Aufnahmefunktion ist die einzige echte Bedingung des ganzen Unterfangens.
Falls Ihre Schüssel noch nicht auf Yahsat zeigt, erfinden Sie das Rad nicht neu: Unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung für Schüssel und Receiver funktioniert hier eins zu eins — Satellit, Frequenz und Symbolrate sind exakt die Werte von oben.
3Die Signaljagd: Aufzeichnen vom Himmel
Suchen Sie in der Kanalliste des Receivers den Namen „Rostam Media". Dann:
- 1Einen USB-Stick mit mindestens acht Gigabyte freiem Platz an den Receiver stecken.
- 2Auf dem Rostam-Media-Kanal die Aufnahmetaste drücken und drei bis vier Stunden laufen lassen — in diesem Fenster kommt das Tagespaket herunter.
- 3Das Ergebnis ist eine Aufnahmedatei im ts-Format; diese Rohdatei ist Ihr Schatz.
- 4Den Stick abziehen und direkt oder per OTG-Adapter an Telefon oder Computer stecken.
Für den Receiver ist Rostam Media nur ein weiterer „Fernsehkanal" und die Aufnahme eine ganz normale Aufnahme. Der gesamte Zaubertrick passiert in der nächsten Prüfung — dort stellt sich heraus, dass diese Fernsehsendung in Wahrheit eine fliegende Festplatte war.
4Die Entschlüsselung: der Rostam-Extraktor
Die aufgezeichnete Datei öffnet die offizielle Rostam-App und entpackt — so die Website — „mit einem Klick sämtliche gesendeten Dateien". Sie arbeitet komplett offline: braucht kein Internet, erzeugt keinen Datenverkehr, sendet nichts vom Gerät nach draußen. Für ein Werkzeug, das mitten im Blackout helfen soll, sind diese drei Sätze schlicht Vernunft — und sie stehen dort als offizielle Zusage. Aktuelle Version auf allen Plattformen: 1.0.0:
- Google Play — die Android-Version; der einfachste Weg, solange Google Play erreichbar ist
- Direkter Android-Download — die APK vom offiziellen Server, falls Google Play nicht geht
- Windows — EXE-Installer
- Mac — Universal-Version; Intel und Apple Silicon gibt es auch einzeln
- Linux — getestet auf Ubuntu, Debian und Fedora
- rostam.media — die offizielle Website; dort liegt die stets aktuelle Linkliste
Prägen Sie sich den Notweg heute ein: Eine leere E-Mail an begir@rostam.media genügt, und die frischen Download-Links kommen automatisch zurück — ein Kanal, der selbst bei gesperrter Website funktioniert. Die iOS-Version ist offiziell „in Entwicklung"; und jede Datei außerhalb der obigen Wege, aus welchem anonymen Kanal auch immer: nein.
5Das Arsenal: was diese Generation kann
Rostam Media ist mehr als „Dateien empfangen"; im Gepäck stecken einige neue Waffen — laut offizieller Website:
- Rund vier Gigabyte täglich — das Tagespaket aus Nachrichten, Videos, Musik und Dateien; jeden Tag, nicht irgendwann
- Der rote Knopf (HbbTV) — auf kompatiblen Fernsehern zeigt er Hunderte Nachrichtenkanäle aus Telegram und X ganz ohne Internet; der Fernseher wird zum netzlosen Browser
- Vier Betriebssysteme ab Tag eins — Android, Windows, Mac und Linux; die Mac-Gemeinde bekommt endlich ihren Anteil, iOS ist offiziell angekündigt
- Werkzeuge im Paket — in den Tageslieferungen reisen auch VPNs und Umgehungswerkzeuge mit; der Satellit verteilt genau das, was das terrestrische Netz blockiert
- Namhafte Sender — BBC Persian, Iran International, Radio Farda, VOA Farsi, Manoto, Deutsche Welle, Independent und Euronews stehen auf der erklärten Inhaltsliste
- Null Fußabdruck — der Empfang ist eine Einbahnstraße; niemand auf der Gegenseite erfährt, wer was geladen hat, weil es schlicht keinen Rückkanal gibt
6Wenn nichts ankommt: Feld-Fehlersuche
Die Software ist jung — Version eins — und die offizielle Dokumentation noch dünn. Also ehrlich: Diese Liste stammt aus der allgemeinen Erfahrung mit Satellitenaufzeichnung, nicht aus einem offiziellen Handbuch:
- Kanal nicht auffindbar? Zuerst die Signalqualität prüfen; die große Mehrheit der Probleme sitzt unter der Schüssel, nicht am Himmel — die Einrichtungsanleitung begleitet Schritt für Schritt.
- Aufnahme bricht ab? Vor dem Start den freien Platz auf dem Stick prüfen; unter acht Gigabyte ist es ein Glücksspiel.
- Extraktion liefert nichts? Länger aufzeichnen; das volle Paket braucht drei bis vier Stunden Antenne.
- Wirklich festgefahren? Der offizielle Support lebt: Telegram t.me/rostamsupport, Instagram-Direktnachricht an rostam.media und der erwähnte E-Mail-Autoresponder.
Und eine ehrliche Grenze: Rostam Media ist eine Einbahnstraße und nicht fürs Live-Surfen gebaut. Dafür gibt es eine andere Werkzeugwelt — jene, die eine Nation zum größten VPN-Markt der Erde gemacht hat. Die beiden ergänzen sich, statt zu konkurrieren: der Tunnel, solange ein Kabel liegt; der Satellit, wenn das Kabel gezogen ist.
7Der Vergleich: was hier „mehr" bedeutet
Viele Leser dieser Seite kommen aus der Welt von Toosheh, dem satellitengestützten Dienst derselben Gattung, den wir ausführlich vorgestellt haben. Der faire Vergleich, ohne Höflichkeitsfloskeln:
Und begraben wir gleich hier eine Namensverwirrung: Es kursiert derzeit noch ein zweiter „Rostam" — RostamVPN, ein mobiler Tunneldienst mit eigener Website und eigenem Anbieter. Kein Dokument belegt eine Verwandtschaft der beiden; sie teilen nur den Namen. Jener Rostam ist für gefiltertes Internet; dieser hier für totes.
Der analytische Kern: Derselbe Staat, der den Internet-Ausschalter mit Stolz drückt, hat vierzig Jahre lang Satellitenschüsseln von den Dächern geräumt — und ausgerechnet diese „verbotenen" Schüsseln sind heute die einzige Tür, die im Blackout offen bleibt. In Deutschland bedeutet Satellitenempfang Sportschau in der Wohnküche; dort bedeutet er, ob es an diesem Abend überhaupt Nachrichten gibt. Jede neue Mauer des Zensors erinnert die Menschen nur daran, wie hoch der Himmel hängt.
Im Epos durchquerte Rostam die sieben Prüfungen, um einen Gefangenen zu befreien. Hier ist die Reihenfolge umgekehrt: Die Eingesperrten selbst durchqueren sie jeden Abend — Schüssel, Frequenz, Aufnahme, Stick, Extraktion —, nur um zu wissen, was draußen geschieht. Notieren Sie die Frequenz an einem Ort, der nicht verloren geht. Die Mauer mag wachsen, so hoch sie will; an den Himmel reicht sie nicht.
